Ein Europa im Geiste der Ode an die Freude !

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« Le Nouvel Européen.

Discover what Europe could be »

« Dites, si c’était vrai »

 

Rechtzeitig zum Jahrestag der Römischen Verträge stieß der Präsident unserer europäischen Föderation, John Forsythe, beim Durchblättern seiner Zitatensammlung auf einen leidenschaftlichen und bewegenden Appel eines Pioniers unseres vereinten Europas, Pierre Defraigne. Eine Begegnung mit Beethoven und Béjart im Jahr 2017 inspirierte ihn zu nachfolgendem Text, in dem er im Sinne der Ode an die Freude eindringlich mehr Begeisterung für Europa einfordert.

John Forsythe möchte uns diesen emotionalen Appel von Pierre Defraigne nicht vorenthalten, einen Appel zwischen Traum und Wirklichkeit. John Forsythe ruft eindringlich dazu auf, nie den Glauben an eine bessere Zukunft zu verlieren, denn dieser steht am Anfang der konkreten Verwirklichung individuellen und kollektiven Fortschritts.

Forest National – ein klobiger, graubrauner Betonklotz von einem Konzertsaal, ungelenk zwischen andere Gebäude gepresst. Nirgendwo ein Parkplatz. Aus allen Richtungen strömt das Publikum zusammen, frierend in der kalten Abendbrise. Im Blaulicht der Polizeiwagen rücken Soldaten in grüner Uniform ihre warmen Schals zurecht, während das Sicherheitspersonal misstrauisch die Ankommenden mustert. Und dann das hässliche Viereck selbst mit seinen unkomfortablen Treppenaufgängen und schäbigen Klappsitzen. Trotzdem ist der Saal voll – es müssen Tausende sein.

Es ist jedoch keine Masse, es ist eine Gemeinde, die sich hier um das orange Podium versammelt hat, auf dem geometrische Figuren den Tänzern die Orientierung erleichtern sollen.

Plötzlich erscheint der Geist des ehrenwerten Herrn Béjart dem ungeduldig harrenden Publikum: Der erste Satz der Neunten Sinfonie begleitet den Tanz, ganz ohne Effekthascherei, nur Grazie, Kraft und Schönheit – in äußerster Disziplin.

Beethoven und Béjart: Die Choreografie übersetzt die großartige Musik in perfekte Bewegung. Der Geist des alten Europas beflügelt Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt, denn in den Ballettensembles von Tokio und Lausanne sind alle Farben der Menschheit vertreten. Ein einzigartiger Moment universeller Hoffnung.
Die Ode an die Freude verfehlt auch hier ihre erhebende Wirkung nicht; ihre Kraft lässt die Gemüter freudig erschauern. Nach einem nicht enden wollenden Orgelpunkt verwandelt der Beifall das triste Betonviereck in eine Kathedrale und das Publikum in erleuchtete Gläubige im Angesicht eines Höhepunktes erhabener Schönheit.

Zurück in unseren Autos scheint es wärmer geworden zu sein, und auch der Wind hat sich gelegt. Polizei mit Blaulicht bahnt der beglückten Menge den Weg zurück in ihren Alltag.
Ich nörgele vor mich hin: Hat die EU in ihrer derzeitigen Langweiligkeit und Anonymität überhaupt das Recht, sich den letzten Satz der Neunten Symphonie als europäische Hymne anzueignen? Sie muss sich diese Ehre erst noch verdienen – und dies ist unser aller Aufgabe.

Pierre Defraigne

Vorstandsmitglied des Centre Madariaga im Collège d’Europe             

Direktor ehrenhalber in der Europäischen Kommission

 

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DOMMAGE.

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